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WM-Qualifikation – Nele macht das Ticket zur Freestyle WM in Spanien klar

Im bayrischen Plattling fanden die offene süddeutsche Meisterschaft und die deutsche WM-Qualifikation im Kanu Freestyle statt. Mit verschiedenen Tricks, Drehungen und Überschlägen nahmen auch die 15-jährige Nele Barwich und ihr 11-jähriger Bruder Mads Barwich vom Kanu Club Wiedenbrück-Rheda daran teil.

Nele kämpft mit den wilden Wassern der Plattlinger Welle.
Mads surft die Welle ab.

Nachdem sie im letzten Jahr die EM-Qualifikation 2018 nur hauchdünn verpasst hatte, war es Neles Ziel, sich für die diesjährige Weltmeisterschaft im spanischen Sort in den Pyrenäen zu qualifizieren. Mit Maximilian Benteler machte ein weiterer junger Wiedenbrücker Kanute seine ersten Freestyle-Erfahrungen im Wildwasser der Plattlinger Isarwelle. Über eine Woche hatten die Emspaddler zusammen mit anderen Sportlern der deutschen Freestyle Szene bei gutem Wetter trainiert und dazu gelernt, bevor es galt das Gelernte im Wettkampf umzusetzen. Beim Kanu Freestyle geht es darum, mit kurzen Booten in einer Welle Tricks in verschiedenen Schwierigkeitsgraden auszuführen. Im Vorlauf zeigte Nele zwei Spins, 360 Grad Drehungen und einen Air Loop, einen Überschlag, bei dem das Boot und Paddler das Wasser für einen Moment komplett verlassen.

Nele setzt zum Air Loop an.
Auch Mads drückt den roten Shooting Star tief in den Schaum, um in die richtige Absprungposition zu kommen.

Mads Barwich fuhr ebenfalls eine Kombination aus Spins und Shuvits, 180 Grad Drehungen und einem Loop. Trotz einer soliden Leistung im Vorlauf musste sich der 11-jährige den meist weitaus älteren Junioren bis 18 Jahren geschlagen geben und belegte Platz 14. Damit verpasste er das Halbfinale der 10 besten Junioren, war aber bester Teilnehmer aus Nordrhein-Westfalen.

Seine Schwester jedoch durfte mit 130 Punkten aus den beiden Vorläufen weiter von einem Platz im Nationalteam und der Teilnahme an der Weltmeisterschaft träumen.

Konzentrationsphase vor dem Rennen – Die Spannung steigt.

Das Finale entpuppte sich als Kopf an Kopf Rennen und bescherte der Wiedenbrückerin letztlich den dritten Platz, was die sichere Teilnahme an der Weltmeisterschaft bedeutete.

Sie musste sich nur ihrer Teamkollegin Anica Schacher von den Ulmer Paddlern und der erst 13-jährigen Pforzheimerin Ida Wellensiek geschlagen geben. Da Ida jedoch noch zu jung für die Teilnahme an der WM ist, werden nun Anica Schacher aus Ulm, Nele Barwich aus Wiedenbrück und Merle Hauser aus Pfalz die Reise nach Spanien antreten.

Deutschlands Juniorinnen Team für die Kanufreestyle-Weltmeisterschaften 2019 im spanischen Sort: v.l. Annica Schacher (Ulmer Paddler), Nele Barwich (Kanu-Club Wiedenbrück-Rheda), Merle Hauser (KSR Südwest)

Die drei Juniorinnen qualifizierten sich jeweils mit 173,33, 110 und 106,67 Punkten im besten Lauf des Finales für das deutsche Nationalteam der weiblichen Juniorinnen.

https://www.kanu-freestyle.info/nationalteam/

Nun laufen die Vorbereitungen für die Weltmeisterschaft auf Hochtouren. Diverse Formalitäten, die Beschaffung der Teamkleidung und die Anmeldung bei der internationalen Antidopingbehörde WADA sowie die Finanzierung muss von zu Hause geklärt werden. Da die Beurlaubung von der Schule bereits vorliegt, kann es schon Ende Mai zum ersten Trainingslager mit dem Nationalteam in der Welle in Sort gehen. Vom 29.06. bis zum 06.07.2019 findet dann die Weltmeisterschaft statt. Zusätzlich gibt es ein Nationentraining in der Woche vor dem Wettkampf. Am 02.07.2019 startet dann Neles WM-Auftritt auf dem Noguera Pallaresa. Natürlich wird vorher auch zu Hause auf der Ems und in der näheren Umgebung, zum Beispiel auf der Ruhrwelle in Neheim, in Lippstadt und Hohenlimburg für das bevorstehende Sommererlebnis in Spanien trainiert, um sich mit den besten jungen Kanutinnen der Welt zu messen.

Weitere Infos unter:

https://www.canoeicf.com/canoe-freestyle-world-championships/sort-2019

Fotos: Rüdiger Hauser und Stefan Barwich

Text: Nele und Stefan Barwich

Sportlerehrung und Tag des Sports

Am 31.03.2019 lud die Stadt und der Stadtsportverband zum Tag des Sports und zur Sportlerehrung in die Mensa der Osterrath-Realschule ein. Stark vertreten war auch dieses Jahr wieder der Kanu-Club Wiedenbrück-Rheda e.V.. So hatten einige Kanutenfamilien das Deutsche Sportabzeichen erkämpft und sich somit die begehrte Familienfreibadkarten für das Jahr 2019 gesichert.

Das neue Format der Veranstaltung bot einerseits einen feierlichen Rahmen für die Ehrungen, aber gleichfalls eine lockere Atmosphäre mit Gesprächen zwischen Sportlern, Eltern, Ehrenamtlichen sowie Politik und Verwaltung. Auch die Verpflegung war vorzüglich. In diesem Umfeld hatte der KCWD die Gelegenheit, sich durch eine kleine Ausstellung zu den Vereinsaktivitäten und auch im Interview mit Annette Ahn vom Stadtsportverband zu präsentieren. Begeisterung für den Kanusport wurde bei den anderen Sportlern und Gästen aber auch durch einige Vorführungen auf der Bühne und einen Film über die Vereinsaktivitäten geweckt.

Wiedenbrücker Kanuten sind das Improvisieren gewöhnt. “Kanusport mal ohne Wasser” live auf der Bühne.

Am Nachmittag standen dann die erfolgreichsten Sportler aus Rheda-Wiedenbrück bei der Sporlerehrung im Fokus. “Sie als Sportlerlerinnen und Sportler sind Aushängeschilder der Sportstadt Rheda-Wiedenbrück bei Wettkämpfen auf nationaler und internationaler Ebene und – genauso wichtig – sind Sie als Vorbilder für die Kinder und Jugendlichen im eigenen Verein”, rief der Bürgermeister Theo Mettenborg den ausgezeichneten Sportlern zu. Bei den Ehrungen war der KCWD aber gerade mit seinen jüngsten Sportlern vertreten. Die Freestylekids wurden gleich rudelweise vom Bürgermeister und der Stadtsportverbandsvorsitzenden für ihre Erfolge 2018 im Kanufreestyle geehrt.

Ben Gehlhaar erhielt die Ehrenplakette in Gold für den Sieg in der Gesamtwertung beim deutschen Schüler Cup.
Die Ehrenplakette in Silber erhalten Ben Haase, Mads und Nele Barwich.
Noah Haase und …
Jannes Gehlhaar erhalten die Ehrenplakette in Bronze aus den Händen des Bürgermeisters.
Jannes präsentiert stolz den gläsernen Pokal.
Gruppenbild der erfolgreichen Kanuten mit Bürgermeister Theo Mettenborg und der Stadtsportverbandsvorsitzenden Annette Ahn.

Dass Kanusport zumindest in Rheda-Wiedenbrück keine Randsportart ist, zeigte sich daran, dass die Paddler im Kreise der zu ehrenden Fußballern, Turner und Rettungsschwimmer doch zahlenmäßig stark vertreten waren.

Text und Fotos: Stefan Barwich und Henning Hoheisel

Kanufreestyle Indoor Cup in Stuttgart – Freestylekids hatten Spaß und Erfolg

Zum Auftakt der neuen Saison im Kanufreestyle fanden die offenen Baden-Württembergischen Meisterschaften im Kanufreestyle auf dem „Flachwasser“ in Stuttgart statt. 10 Sportler und 4 Betreuer vom Kanu-Club Wiedenbrück-Rheda e.V. machten sich auf den ca. 500km langen Weg in das Hallenbad direkt neben dem Daimler-Benz Stammwerk in Untertürkheim.

Vereinsbulli beladen mit Freestylekajaks

Für die Sportler bis 14 Jahre war der Wettbewerb der Prolog zum deutschen Schüler Cup im Kanufreestyle, der sich im Laufe des Jahres mit weiteren Regatten in Günzburg, Augsburg, Neheim-Hüsten und Limburg an der Lahn fortsetzt und damit für die Freestyle-Kids U12 die deutsche Meisterschaft in der Altersklasse darstellt.

Ben Haase beim Prolog zum deutschen Schüler Cup 2019
Mads Barwich stellt den Shooting Star auf die Spitze
Jannes Gehlhaar setzt kraftvoll zum Spin an.
Ben Gehlhaar bringt den Fun 1 in Rotation.
Maximilian Benteler rollt ohne Paddel
und Noah Haase macht einen Felix.

Zum Beginn der Veranstaltung wurde zunächst ein Teamwettkampf ausgetragen, in dem Sportler aller Altersklassen von 5 bis Ü50 Jahren aus verschiedensten Vereinen gemeinsam Geschicklichkeits- und Fitnessübungen zu bestehen hatten. Dieser Gaudiwettkampf aus Gymnastik, Puzzeln, Wurfsackwerfen und Kajakfahren lockerte die Atmosphäre und bot die Möglichkeit für die Sportler aus Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen sich noch besser kennenzulernen und über das Wintertraining auszutauschen. Diese Gemeinschaftserlebnisse sind wichtiger Bestandteil der deutschen Freestyleszene, in der deutschlandweit gemeinsam trainiert, Wildwassser und Wettkämpfe gepaddelt werden. Schließlich entschied ein Team aus einem Esslinger, einem Mannheimer und 4 Wiedenbrücker Kanuten diese Challenge für sich und die jüngste Teilnehmerin, die erst fünfjährige Felicitas Benteler vom KCWD konnte bei der Siegerehrung eine Krone und ein Paddel als Siegtrophäe in Empfang nehmen.

Das erfolgreiche gemischte Team
Felicitas wird bei der Siegerehrung mit Krone und Paddel gekrönt.

Anschließend wurde ein Loop-Wettbewerb ausgetragen. Dabei müssen die Kanuten entweder direkt aus dem Wasser oder durch Start vom Beckenrand ihr weniger als 2 Meter langes Freestyle-Kajak auf die Spitze stellen und dann aus dem Stand einen Salto mit Boot ausführen. Hier zeigten die Sportler von der KG Neckarau aus Mannheim ihre Klasse, für jungen Sportler aus Wiedenbrück vertreten durch Noah Haasse, Maximilian Benteler, Nele und Mads Barwich blieb trotz einiger erstaunlich gut ausgeführter Loops nur die Erkenntnis, daß sie noch kräftig im Hallenbad und auf der Ems an ihrer Looptechnik und der notwendigen Bauchmuskulatur trainieren müssen.

Mads loopt vom Beckenrand.
Platsch !

Im abschließenden Finale des Wettbewerbs hatte jeder Teilnehmer 90 Sekunden Zeit der Jurie verschiedene Tricks und Moves mit seinem kleinen Freestyle-Kajak vorzuführen. Je nach Schwierigkeitsgrad und Ausführungsqualität bewerten die Judges dies dann mit entsprechenden Punkten. Bei den Jungen unter 10 Jahren lieferten sich zwei Emskanuten wieder ein spannendes Rennen. Bereits 2018 hatte Ben Gehlhaar den deutschen Schüler Cup vor Ben Haase nach Wiedenbrück geholt. Nach diversen Spins (360° Drehungen), Shuvits (2 fache 180° Drehungen sowie mehrere Eskimorollen sowie Paddelhelikopter unterstrichen die beiden ihre Ambitionen auch 2019 wieder ganz vorne dabei zu sein. Schließlich gewann der 10-jährige Ben Haase knapp vor Ben Gehlhaar (8 Jahre) den Prolog zum Deutschen Schüler Cup.

2 Wiedenbrücker führen die U10 an: Ben Haase und Ben Gehlhaar

Bei den Jungen U12 gingen gleich 4 junge Wiedenbrücker an den Start. Loops, Cartwheels (Radschlag mit dem Kajak) und Felix (360° Drehung je zur Hälfte über und unter Wasser) gehören in dieser Altersklasse zum Repertoire. Schließlich Jannes Gehlhaar auf Platz 5 und dem Siegertreppchen standen nur Sportler vom KCWD.

Der KCWD belegt das Siegerpodest bei den U12 Jungen komplett: Noah Haase, Mads Barwich und Maximilian Benteler sowie Jannes Gehlhaar auf Platz 5

Mit einer äußerst gelungenen Choreographie sicherte sich Mads Barwich den Pokal der offenen Baden-Württembergischen Meisterschaft und den Prologsieg im deutschen Schüler Cup vor Noah Haase und Maximilian Benteler. Bei den Mädchen musste sich die deutsche Vizemeisterin Nele Barwich vom KCWD nur der deutschen Meisterin und EM-Teilnehmerin Annica Schacher von den Ulmer Paddlern geschlagen geben.

Girlspower – die deutschen Freestylemädels auf dem Treppchen.

Beide freuen sich nun auf die Qualifikationsrennen zur Weltmeisterschaft. Die Qualifikation findet Ende April im bayrischen Plattling an der Isar und die WM im Juni im spanischen Sort in den Pyrenäen statt. Bei den Senioren Ü40 zeigten die Martin Gehlhaar und Stefan Barwich, dass auch sie die Freestylekajaks beherrschen und belegten die Plätze 3 und 2 hinter Mitorganisator Helmut Wolff vom KC Villingen.

Auch die Oldies Ü40 hatten reichlich Spaß im Hallenbad.
Das erfolgreiche 14-köpfige KCWD-Team hatte viel Spaß in Untertürkheim.

Fotos: Martin Gehlhaar, Tanja Pilgrim-Barwich

Text: Stefan Barwich