Europa-Meisterschaft mit Justin, Mads und Nele

Einleitung für das EM‑Tagebuch

Die Europameisterschaften im Kanu‑Freestyle führten Justin Niermeier, Mads und Nele Barwich in diesem Juni nach Lieksa nach Finnland, genauer gesagt nach Nordkarelien an der russischen Grenze.

Vom 10. bis 13. Juni 2026 fanden die Paddle Europe Freestyle Championships erstmals in Finnland statt. Die Naturwelle am Neitikoski zeigte sich von ihrer besten, aber auch fordernden Seite: wuchtig, schnell, technisch anspruchsvoll – ein Spot, der Mut, Präzision und Nervenstärke verlangte. Eingerahmt war das Event von der wunderschönen Karelischen Seenlandschaft, deren endlose Wälder, glasklare Seen und stille Weite den Europameisterschaften eine besondere Atmosphäre verliehen.

Vier Wettkampftage lang forderte die Walze den Athletinnen und Athleten alles ab, sobei die Mitternachtssonne “24h Paddeln am Tag” ermöglichte und eine einzigartige Kulisse bot.

Mitternacht

Die finnischen Ausrichter sorgten mit perfekter Organisation und einer entspannten, freundlichen Atmosphäre dafür, dass sich die Teams voll auf ihre Läufe konzentrieren konnten. Im Camp direkt am Wasser und auf der Tribüne herrschte an allen Tagen beste Stimmung – ein Mix aus sportlicher Spannung, internationalem Austausch und nordischem Sommerfeeling, der diese EM zu einem besonderen Erlebnis machte.

Kurzzusammenfassung der EM‑Ergebnisse

Das deutsche Team kehrte mit vier Medaillen von den Europameisterschaften im Kanu‑Freestyle in Lieksa zurück: Gold für Lucia Hacker (C1W), Silber für Naya Daruwala (C1W) und Linn Schäfer (K1 Juniorinnen) sowie Bronze für Lukas Ramsayer (K1 Junioren).

Neles EM-Boot von 2021 (damals Platz 4) führte jetzt Linn Schäfer auf Treppchen

Die drei KCWD‑Starter zeigten solide Leistungen im starken internationalen Feld:

  • Mads Barwich gelang bei seinem ersten EM‑Start im Herrenteam ein überzeugender Auftritt mit Platz 17.
  • Nele Barwich bestätigte ihre internationale Konstanz und erreichte im Damen‑Kajak ebenfalls Platz 17.
  • Justin Niermeier kämpfte sich bei den Herren auf Platz 27.

Damit präsentierten sich die KCWD‑Athleten als fester Bestandteil eines jungen, leistungsstarken deutschen Teams.

Mit dem Propellerflugzeug ging es von Joensuu nach Helsinki und von dort nach Düsseldorf zurück.

Die Details folgen nun in einem EM-Tagebuch:

Samstag, den 13.06.2026

Finalläufe

Zum Abschluß der Europa-Meisterschaft standen die Finals in allen Klassen auf dem Programm. Bis dahin hatten es die Sportler/innen des KCWD leider nicht geschafft, sie gaben aber als Athletenbetreuer und Fans ihr bestes um ihre Teamkameraden/innen und ihre internationalen Freunde bestmöglich zu unterstützen.

Es begann mit den Damen im Canadier. Hier waren mit Sonja und Lucia Hacker sowie Naya Daruwala gleich 3 Sportlerinnen aus Deutschland im Finale.

Sonja Hacker
Lucia Hacker (KS Augsburg)
Deutscher Doppelsieg durch Lucia Hacker vor Naya Daruwala und Ottilie Burrill Smith (GB)

Es folgte die Herren im Canadier mit Sebastian Nelle oder kurz “Seppel” genannt,

Nele war als Athletenbetreuer für das linke Flussufer von Seppel ausgewählt worden.
Seppel in Aktion
Beratung mit Trainer Hewo
886,67 Punkte – Platz 4 – Eiropameister wurde der Franzose Tom Dolle.

Weiter ging es mit den männlichen Junioren im Kajak. Hier waren mit den Brüdern Felix und Lukas Ramsayer gleich zwei deutsche in Finale der EM gefahren. Lukas hatte sich dabei mit einem fulminanten Semifinale in die Favoritenrolle gebracht.

Lukas Ramsayer springt hoch über dem schäumenden Neitikoski.
Für Felix, den jüngeren der beiden Brüder ging es auf Platz 5.
Lukas Ramsayer landete auf Platz 3. Europameister wurde Math Cradock (GB) vor Arthur Genovese (F)
Canoe Dog Burton kommt eine besondere Ehre zu Teil. Er darf die Gold-Medaille von Math Cradock anprobieren. Muss sie dann aber doch wieder abgeben.

Im Anschluss gingen die Juniorinnen mit Marie Dimke (FF Freiburg) und Linn Schäfer (KC Monschau) an den Start.

Marie Dimke
Linn Schäfer
Nach dem der erste Lauf bei Linn nach einem “Flush” schnell und punktarm beendet war, steigerte sich die 17-jährige im 2. Lauf und setzte dann im 3. Lauf “noch einen drauf”.
Beratung mit Trainer Mads
Jeweils ein “fetter” Loop im 2. und 3. Lauf.
Platz 2 für Linn bei den Juniorinnen
Europameisterin der Juniorinnen wurde Maja Kawczynska (Polen) vor Linn Schäfer (Deutschland) und Mea Minchin (Irland).

Bei den Damen siegt die finnische Lokalmatadorin Taru Terni und bei den Herren verteidigte Tomasz Czaplicki seinen Titel von 2024.

Bewundernswerter finnischer Nationalstolz. Die sonst eher ruhigen Nordeuropäer feuerten ihre junge Dame Taru Terni frenetisch an, entfachten auf der Tribüne bei ihrem Sieg einen blau-weißen Jubelsturm und zogen bei der Siegerehrung gleich einmal die ganz große finnische Flagge am Fahnenmast hoch.

Freitag, den 10.06.2026

Wieder einmal strahlender Sonnenschein bei der Anreise auf die Tribüne
Lorenz Riegel ist im Canadier der Herren unterwegs, ebenso
Sebastian Nele.

Trotz toller Läufe bei Lorenz Riegel ging es nur für Sebastian Nelle ins Finale am Samstag.

Der deutsche Meister Roman Glasman landet auf Platz 10 der Gesamtwertung.

Die beiden Ramsayer-Brüder Felix und Lukas ziehen mit hervorragenden Läufen ins Finale ein.
Auch für Linn Schäfer vom KC Monschau geht es nun los.
Entry und Loop “sitzen”, d.h. Finale für Linn und die zweite deutsche Starterin Marie Dimke.

Donnerstag, den 11.06.2026

Vorläufe der Herren sowie Semifinals der Junioren und Damen Canadier

Am Donnerstag ging es für Mads Barwich und Justin Niermeier vom KCWD in die Vorläufe. Begleitet wurden sie von Robert Büchmann (WSC Dormagen), Patrick Stange (SKC Neheim-Hüsten) und Roman Glasman (KSC Villingen).

Auf geht’s Justin !
Justin Niermeier
Platz 27 für Justin
Mads Barwich
Platz 17 mit 1110 Punkten. Damit war Mads sehr zufrieden. Die anvisierrten 500 Punkte pro Lauf wurden bei weitem übertroffen.
Aus NRW lag nur Patrick Stange vom SKC Neheim-Hüsten vor ihm und der deutsche Meister Roman Glasman, der als 9. Platzierter in Semifinale der Herren einzog.

Bei den Canadiern sind gleich 3 deutsche Damen im Finale. Naya Daruwala (KCZ Köln) zieht zusammen mit den bayrischen Schwester Sonja und Luci Hacker ins Finale ein. Bei den männlichen Junioren zogen gleich 2 deutsche Jungs ins Finale ein. Es führt mit haushohem Vorsprung Lukas Ramsayer, dessen jüngerer Bruder Felix (beide Schongau) sensationell als 5. Platzierter ins Juniorenfinale paddelte.

Kanu-Freestyle ist nicht nur Sport sondern auch ein Gemeinschaftserlebnis.
Team-Dinner in der Grillhütte am offenen Feuer

Die Atmosphäre im Team und das Wetter sind hervorragend. Das deutsche Team schlägt sich hervorragend und sorgt außerdem für gute Stimmung auf der Tribüne und im Camp. Eine EM mitten in den finnischen Wäldern und nahezu ausschließlich in der Natur – Lagerfeuerromantik, Mücken und Bären inklusive.

Mittwoch, den 10.06.2026

Vorläufe der Damen und Junioren auf dem Neitikoski

Am Mittwoch startete die Europameisterschaft dann mit den Läufen der der Damen über Mittag und den Junioren Nachmittag.

Mit dem Motorboot ging es vom Campingplatz über den See zur Tribüne.
Die Zuschauertribüne war mit internationalem Publikum gut gefüllt und mit Spannung wurde auf die Läufe der Athletinnen gewartet.
Über den Livestream konnten die Zuschauer daheim uns und die Wettkämpfe verfolgen.
Neles Trainer- und Betreuerteam: Finn Krössig und Helmut Wolff “Hewo”.
Gespannt wartet Nele vor dem Judges-Potest auf den “Daumen hoch” von Hauptschiedsrichter Charlie Brackpool.
Dann geht es mit dem Entry-Move in die Walze.
Die Walze ist gewaltig und verzeiht keine Fehler.
Beratung und aufmunternde Worte von Finn und Hewo.
110 Punkte aufaddiert aus den 2 besten der 3 Läufe.

Für den Einzug ins Halbfinale hat es leider bei Nele nicht gereicht, aber Platz 17 bei der Europa-Meisterschaft auf dieser herausfordernden Playspot sind ein durchaus beachtliches Ergebnis.

Leo Andrzejewski von der SG Welper, beim KCWD auch nicht unbekannt, fuhr mit 223,33 Punkten auf den 24. Platz

Aus dem deutschen Team zogen Naya Daruwala (KC Zugvogel Köln) als 7. Platzierte und die Brüder Felix und Lukas Ramsayer (KC Schongau) als 9. und 1. Platzierter in das Halbfinale der männlichen Junioren ein. Dabei erzielte Lukas mit 1010 Punkte in seinem dritten Lauf die Tagesbestleistung.

Gute Stimmung im deutschen Team beim Warten auf das Shuttle-Boot.

Dienstag, den 09.06.2026:

Letztes Nationentraining und Eröffnungsfeier in Lieksa

Nele
Mads
Justin
Zeit für einen Ausflug
Team Germany
Playboaters
Auf geht’s zur Eröffnungsfeier in Lieksa: “Just wanna have fun”
Canoe Dog Burton
Linn hatte die Ehre das deutsche Team mit der mit der schwarz-rot-goldenen Flagge anzuführen.

Am Donnerstag sind unsere Kanu-Freestyler mit dem Flugzeug in Nord-Karelien, ca. 600km nordöstlich von Helsinki an der finnisch-russischen Grenze eingetroffen. Justin Niermeier, Nele und Mads Barwich sind für das deutsche Kanu-Freestyle Team am Start

Nele Barwich (Damen Kajak) sowie Justin Niermeier und Mads Barwich (beide Herren Kajak) vom Kanu-Club Wiedenbrück-Rheda e.V. sind für das deutsche Nationalteam am Start.

und bereiten sich auf dem Lieksanjoki am Neitikoski auf die Europa-Meisterschaft im Kanu-Freestyle vor.

Team Germany bei den Kanu-Freestyle Europa-Meisterschaften im Kanu-Freestyle
Das deutsche Team mit Ressortleiterin Andrea Hacker und Bundestrainer “Hewo” Helmut Wolff.
Die deutschen Damen im Kajak: Luci und Sonja Hacker, Nele Barwich und Naya Daruwala
Das deutsche Herren Team: Mads Barwich, Justin Niermeier, Patrick Stange und Robert Büchmann. Auf dem Bild fehlt Roman Glasman.
Nordrhein-Westfalen ist mit 8 EM-Teilnehmern am Start: Justin Niermeier (KC Wiedenbrück-Rheda), Nele Barwich (KCWD), Linn Schäfer (KC Monschau), Robert Büchmann (WSC Dormagen), Naya Daruwala (KC Zugvogel Köln), Patrick Stange (SKC Neheim-Hüsten), Leo Andrzejewski (SG Welper)
“Bilderbuch-Finnland”: Seen, Wälder, eine Sauna und ein Koski

30km vom nächsten Ort liegt der der “Playspot” Neitikoski mitten in den Wäldern Nordkareliens.

Der Neitikoski ist eine Stromschnelle zwischen zwei Seen mit einer beeindruckenden Welle, die in eine schäumende Walze übergeht.

Am Montag, den 08.05.2026 hat das offizielle Nationen-Training begonnen.

Gute Stimmung bei Mads, Justin und Nele.
Mads, Nele und Justin bereiten sich für den “Entry Move” beim Nationentraining vor.
Mads lässt das Kajak fliegen.
Stylish – Justin zeigt die Unterseite seines Bootes mit dem Bild von Hund Ronja
Tief Luft holen – Nele stürzt sich vom Schaumberg in die abfallende Wasser
Nele kämpft mit den “finnischen Naturgewalten” – Geschwindigkeit und Wasserdruck sind die Challenge.
Justin setzt zum Loop an.
Auch bei Mads geht es “kopfüber” durch die Walze.
Kajak-Drehung in der Luft inklusive.
Justin in Aktion
Volle Konzentration beim Training – Nele
Canoe Dog Burton findet es wie immer entspannend.
Aber als Mental Coach will er natürlich auch auf’s Foto.
Kurze Pause vom Training: Linn, Mads und Finn
Dienstag um 7.40 Uhr geht es mit dem Team-Training weiter.

Bilder: Hannu Klemetti, Sylvia Daruwala, Tanja Pilgrim-Barwich, Stefan Barwich

Text: Stefan Barwich

Links zum Kanu-Verband NRW e.V. und zum Deutschen Kanu-Verband e.V.

KV NRW News – Aktuelles – Verband | Paddle Europe Freestyle Championships 2026

https://www.kanu.de/Noch-2-Tage-bis-zur-Kanu-Freestyle-Europameisterschaft-94625.html

https://www.kanu.de/Tag-1-Freestyle-EM-Lukas-Ramsayer-startet-mit-einem-Vorlaufssieg-94640.html

https://www.kanu.de/Freestyle-EM-Tag-3-Weitere-Finalqualifikationen-fuer-Dimke-Schaefer-und-Nelle-94659.html

https://www.kanu.de/Freestyle-EM-Tag-4-Lucia-Hacker-ist-Europameisterin-94664.html

Bericht in der Glocke am 01.07.2026
Bericht im Kanu Sport 07/2026