Die Kanu-Freestyle Weltmeisterschaften wurden 2025 auf der Isar im niederbayrischen Plattling ausgetragen. Die Isarwelle ist nicht nur “der Freestyle-Spot in Deutschland”, sondern auch weltweit einer der Top-Playspots. Auch die KCWD-Freestyler zieht es immer wieder dorthin, um dort auf der Isar mit direkter Camp-Möglichkeit an der Welle zu trainieren.

Für das deutsche Nationalteam hatten sich 2 Emskanuten für die Weltmeisterschaften qualifiziert. Dazu kamen bei der erstmals offiziell ausgetragenen Masters-Weltmeisterschaft 2 weitere Freestyle-Routiniers von der Ems.






Der sehr regenarme Winter und das noch trockenere Frühjahr hatte bereits die Qualifikation für das deutsche Team im März und die WM-Vorbereitung erschwert. Schließlich stand auch die Weltmeisterschaft lange wegen Wassermangels „auf der Kippe“.

Ergiebigere Regenfälle im Vorfeld der Weltmeisterschaft ließen aber die Pegel steigen, so dass die WM mit einer großartigen Eröffnungsfeier und einem Umzug der Athleten durch die Nibelungenstadt Plattling zur Welle in den Isarauen eröffnet werden konnte. Große Hitze und Trockenheit während der Weltmeisterschaft führten aber dazu, dass der Isarpegel dann doch wieder stark sank und die Weltmeisterschaft leider vorzeitig abgebrochen werden musste. Unter der Führung des Headjudges Charlie Brackpool (GB) gelang es aber, dass alle Boots- und Altersklassen zumindest einmal an den Start gehen konnten.
Die Ermittlung der Weltmeister/innen fand so z.T. schon nach den Vorläufen oder Viertel- bzw. Halbfinals statt. Taktisch kluge Läufe, da nicht alle üblichen High-Score Tricks möglich waren, und natürlich wie immer etwas Glück waren gefragt.
Bei den Junioren im Kajak rückte Justin Niermeier (KC Wiedenbrück-Rheda) für seinen Vereinskameraden Mads Barwich, der aufgrund einer Schulterverletzung nicht starten durfte, kurzfristig ins Team nach. Mads blieb trotz gut verheiltem Schlüsselbeinbruch nur die frustrierende Zuschauerrolle.

Glücklicherweise war die Verletzung so gut verheilt, dass Mads noch in Plattling das Training wieder aufnehmen konnte und zumindest außerhalb des offiziellen Wettkampfs sein grosses Können unter Beweis stellen konnte.
Als Ersatz für ihn nahm der 18-jährige Wiedenbrücker Justin Niermeier kurzfristig Urlaub und zeigte, warum er die direkte Qualifikation für das Nationalteam nur um eine Haaresbreite verpasst hatte. Dem WM-Teilnehmer von 2023 und EM-Teilnehmer 2024 gelang es mit gekonnten McNastys 360 Punkte zu erpaddeln, die ihn auf Platz 20 des Juniorenfelds trugen. Weltmeister wurde der Österreicher Jonas Hermann.
Auf dem etwas undankbaren Platz 21 im Kajak der Damen landete Nele Barwich, die nun schon zu ihrer 4. Weltmeisterschaft (zusätzlich 2 EM-Teilnahmen) in Folge antrat.


Damit verpasste sie um einen Platz den Einzug ins Viertelfinale der Top20. Weltmeisterin wurde Ottilie Robinson-Shaw aus Großbritannien.
Die Squirtbooter, die ihre Tricks unterhalb der Walze in Strömung und Kehrwasser ausführen und als Krönung ihrer Läufe möglichst lange und tief mit samt des ganzen Boots und des Körpers untertauchen, tangierte der niedrige Wasserstand weniger.


Sie konnten ihre Runden ungehindert durchziehen. Nele Barwich (KC Wiedenbrück-Rheda) zog als 6. Platzierte in das Halbfinale der Top 10 ein.


Hier zeigte sich, dass sich Nele, die erst 2022 bei der WM in Nottingham vom Bremer Finn Krössig zum Squirtbootfahren motiviert wurde, im weltweiten Vergleich nicht verstecken muss.



Mit 505 Punkten im Halbfinale landete die 22-jährige Nele auf Platz 6 der Gesamtwertung.


Lediglich 2 starke Britinnen mit 3-fach Weltmeisterin Ottilie Robinson-Shaw und 3 Amerikanerinnen lagen vor der Bronze-Medaillen-Gewinnerin des World-Cups 2024. Das intensive Training mit den „Norddeutschen“ aus Bremen und mit Andreas Leitmann (Platz 8 bei der WM) aus Osnabrück hat sich ausgezahlt.



Bei der Masters-Weltmeisterschaft traten mit Robert Fiedler und Stefan Barwich gleich 2 KCWD-Routiniers in der Klasse Ü50 an. Der niedrige Wasserstand verhinderte auch bei den erfahrenen Freestylern Höchstpunktzahlen, aber nicht vordere Platzierungen der KCWD-Teilnehmer.

Robert Fiedler paddelte bei den über 50-jährigen auf Platz 4,


Stefan Barwich auf Platz 6. Weltmeister wurde der Japaner Yagi Tatsuya.


Erfreulicherweise wurden die Wiedenbrücker-Freestyler auch von einem großen Fan-Team unterstützt. Neben zahlreichen Kanu-Freestyle Fans aus dem Westen der Republik waren auch Anja, Micha, Tanja, Dorothee, Rüdiger, Nina und Jessica eigens aus Wiedenbrück nach Plattling gereist, um ihre Familienangehörigen und Freunde zu sehen, anzufeuern und mit ihnen die Erfolge zu feiern, gemeinsamer Besuch des Volksfests in Plattling inklusive.






Robert Büchmann (SKC Neheim-Hüsten), Platz 41 Herren Kajak
Naya Daruwala (KCZ Köln), Platz 14 Kajak, Platz 9 Squirtboot & Platz 8 Canadier Damen
Justin Niermeier (KC Wiedenbrück-Rheda e.V.), Platz 20 Kajak Junioren
Christoph Andrzejewski (Faltboot-Fahrer Essen), Platz 7 Masters Ü50
Stefan Barwich (KC Wiedenbrück-Rheda e.V.), Platz 6 Masters Ü50
Nele Barwich (KC Wiedenbrück-Rheda e.V.), Platz 21 Kajak, Platz 6 Squirtboot Damen
Robert Fiedler (KC Wiedenbrück-Rheda e.V.), Platz 4 Masters Ü50

Links zu weiteren Berichten und Ergebnissen:
https://www.canoeicf.com/canoe-freestyle-world-championships/plattling-2025
https://www.canoeicf.com/news/titles-awarded-world-championships-cut-short-due-low-water-levels
https://www.kanu-freestyle.info/news

https://www.kanu.de/Freestyle-Heim-WM-Abbruch-2-Gold-4-Silber-fuer-Deutschland-91943.html



Fotos: https://der-ausloeser.smugmug.com/, Tanja Pilgrim-Barwich, Robert Fiedler
Text: Stefan Barwich