Vom 21. bis 27. September 2026 nahmen die Freestyle-Kanuten des Kanu-Club Wiedenbrück-Rheda am Finale des Canoe Freestyle World Cups von Paddle Worldwide im polnischen Krakau teil. Auf dem anspruchsvollen Wildwasserkanal in Kolna trafen sich die besten Freestyle-Athletinnen und Athleten der Welt, um die letzten Weltcuppunkte der Saison zu vergeben.

Für den KCWD gingen Mads, Nele und Stefan Barwich im Herren- beziehungsweise Damen-Kajak an den Start. Gemeinsam mit Finn Krössig (TuRa Bremen), Linn Schäfer (KC Monschau) sowie Betreuerin Tanja Pilgrim-Barwich bildeten sie eine kleine, aber engagierte Reisegruppe innerhalb des deutschen Nationalteams.

Mads Barwich überzeugt mit starker Leistung
Den stärksten Auftritt aus KCWD-Sicht zeigte Mads Barwich im stark besetzten Wettbewerb der Herren-Kajaks. Mit 1.356,66 Punkten erreichte er Rang 16 und war damit zweitbester deutscher Starter hinter Roman Glasman.

Besonders bemerkenswert: Zum Einzug in das Halbfinale der besten zehn Athleten fehlten ihm lediglich etwas mehr als 200 Punkte.

Damit bestätigte Mads seine kontinuierliche Entwicklung auf internationalem Niveau und konnte sich in einem Weltklassefeld hervorragend behaupten. Die Leistung zeigt, dass der Abstand zur internationalen Spitze weiter schrumpft und die intensive Trainingsarbeit der vergangenen Monate Früchte trägt, insbesondere freut sich der 19-jährige auf die Einführung der U23-Klasse im Kanu-Freestyle.

Nele Barwich arbeitet an Tricks der Weltklasse
Für Nele Barwich stand in Krakau weniger die Platzierung als vielmehr die Weiterentwicklung ihrer Trickpalette im Vordergrund.

Seit Monaten arbeitet sie intensiv an den anspruchsvollen Moves Space Godzilla und McNasty, die mittlerweile regelmäßig im Training gelingen.

Auch im Wettkampf zeigte sie Ansätze dieser schwierigen Tricks. Leider wurden die Ausführungen von den Judges noch nicht als gültige Wertungsmanöver anerkannt. Dennoch überwiegt das Positive: Die technische Entwicklung ist deutlich sichtbar und die Schritte hin zu einem deutlich höheren Punktniveau werden immer größer. Mit den gesammelten Erfahrungen und weiterem Feinschliff dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis die neuen Tricks auch auf internationaler Bühne vollständig gewertet werden.
Stefan Barwich: Dabei sein ist alles
Für den 58-jährigen Stefan Barwich stand beim Weltcup in Krakau nicht in erster Linie das sportliche Ergebnis im Vordergrund. Normalerweise startet er bei nationalen und internationalen Wettkämpfen in der Klasse Masters Ü50, beim Weltcup musste er sich jedoch mit deutlich jüngeren Athleten in der stark besetzten Herrenklasse messen.

Getreu dem olympischen Motto „Dabei sein ist alles“ genoss Stefan die besondere Atmosphäre eines internationalen Weltcups auf höchstem Niveau und betreute die jüngeren Sportler. Gerade der Austausch von Erfahrungen und die gemeinsame Zeit im Team machten die Veranstaltung für ihn besonders wertvoll.

Natürlich durfte auch der sportliche Ehrgeiz nicht fehlen. Vor allem der Kampf mit der kraftvollen Welle im Wildwasserkanal von Kolna bereitete ihm große Freude. Trotz des hohen internationalen Niveaus zeigte er mehrere engagierte Fahrten und sammelte viele positive Eindrücke, die ihn auch für kommende Wettkämpfe in der Masters-Klasse motivieren werden.
Linn Schäfer knapp am Finale vorbei
Eine starke Leistung zeigte auch Linn Schäfer vom KC Monschau, die gemeinsam mit der KCWD-Reisegruppe unterwegs war.

Mit Platz 6 verpasste sie den Einzug ins Finale nur äußerst knapp und bestätigte damit ihr großes Potenzial auf internationaler Ebene.

Finn Krössig sorgt mit starkem ersten Lauf für ein Ausrufezeichen
Einen gelungenen Wettkampf zeigte auch Finn Krössig (TuRa Bremen). Der Squirtboot-Spezialist präsentierte im ersten Lauf eine starke Vorstellung und sammelte mit sauber gefahrenen Cartwheel- und Splitwheel-Kombinationen wichtige Punkte. Insbesondere seine technische Präzision und seine Bootskontrolle auf der Welle sorgten für einen gelungenen Auftakt in den Wettbewerb.

Auch wenn der Fokus des Bremer Athleten eigentlich auf dem Squirtboot-Sport liegt, stellte er einmal mehr unter Beweis, dass er auch im Freestyle-Kajak konkurrenzfähig ist.

Leider war in Krakau kein Squirt-Wettbewerb ausgeschrieben. Somit konnte Finn nicht an seine Spezialdisziplin anknüpfen, in der er bereits beim ersten World Cup der Saison in Millau mit einer hervorragenden Silbermedaille auf sich aufmerksam gemacht hatte.
Deutschland erfolgreichstes Team des Weltcups
Aus deutscher Sicht entwickelte sich die Veranstaltung zu einem vollen Erfolg. Mit 19 Athletinnen und Athleten stellte Deutschland das größte Team des gesamten Weltcups.

Am Ende wurde dieser Einsatz mit dem ersten Platz im Medaillenspiegel belohnt.


Für die Höhepunkte sorgten die Siege von Lukas Ramsayer im Junioren-Kajak und Sebastian Nelle im Open Canoe.




Sebastian Nelle (Platz 3 im Gesamt-Weltcup 2026)
Silbermedaillen gingen an Sebastian Nelle im Herren-Canadier sowie an Luci Hacker im Damen-Canadier.


Darüber hinaus konnten zahlreiche deutsche Athletinnen und Athleten hervorragende Platzierungen in der Gesamtwertung des World Cups erreichen.
Gute Stimmung und beeindruckende Gastgeberstadt
Neben den sportlichen Erfolgen wird den Teilnehmern vor allem die besondere Atmosphäre in Erinnerung bleiben. Der Wildwasserkanal in Kolna bot ideale Wettkampfbedingungen und die Veranstalter sorgten für einen reibungslosen Ablauf des gesamten Events.

Innerhalb des deutschen Teams herrschte während der gesamten Woche eine ausgezeichnete Stimmung.

Einen großen Anteil daran hatte auch Teamleiterin Andrea Hacker, die das deutsche Team souverän durch die Veranstaltung führte.
Natürlich blieb auch Zeit, die ehemalige polnische Königsstadt kennenzulernen. Das KCWD-Team besichtigte unter anderem das imposante Königsschloss auf dem Wawel, den historischen Marktplatz sowie das traditionsreiche Stadtviertel Kazimierz und das ehemalige jüdische Ghetto.

Die Burg “Wawel” der polnischen Könige in Krakau
Neben den Wettkämpfen und den Sehenswürdigkeiten Krakaus sorgten mehrere gemeinsame Veranstaltungen für unvergessliche Erinnerungen.


Bereits zu Beginn der Woche organisierten die Sportler am Wildwasserkanal von Kolna eine internationale Eröffnungsfeier, an der sämtliche Teams teilnahmen.





In entspannter Atmosphäre kamen Athletinnen und Athleten aus aller Welt miteinander ins Gespräch und stimmten sich gemeinsam auf die bevorstehenden Wettkämpfe ein.
Besondere Highlights waren das gemeinsame Team-Dinner in einem traditionellen polnischen Restaurant. Bei einem Buffet mit zahlreichen polnischen Spezialitäten sowie einem abwechslungsreichen Folkloreprogramm mit Volkstanz und traditioneller Musik konnten die Athletinnen und Athleten einen gelungenen Trainingstag gemeinsam mit dem östereichischen und schweizer Team ausklingen lassen.
Ein weiteres unvergessliches Erlebnis war die Einladung des polnischen Freestyle-Kanuten Bartosz Czauderna zu einer Gartenparty im Haus seiner Eltern.

Bei einem gemütlichen BBQ bot sich den Teilnehmern ein beeindruckender Blick auf die Gipfel der Hohen Tatra, die sich bei bestem Wetter am Horizont präsentierte. In entspannter Atmosphäre wurden Erfahrungen ausgetauscht, internationale Freundschaften gepflegt und die besondere Gemeinschaft des Freestyle-Sports über Ländergrenzen hinweg erlebbar. Für viele Teilnehmer gehörte dieser Abend zu den schönsten Erinnerungen der Weltcup-Woche in Krakau.

Fotos: Tanja Pilgrim-Barwich, Sebastian Krok, Nancy Gearey, Stefan Barwich
Text: Stefan Barwich






































































































































































