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Sommer, Sonne – Suisse and Austria

In der letzten Ferienwoche startete eine 11-köpfige Gruppe zur diesjährigen “Erholungsfreizeit” in den Süden. Auf dem Campingplatz Rossbach bei Nassereith am Fernpass wurde das KCWD-Quartier aufgeschlagen, um die Bergwelt des Inn-, Ötz- und Lechtals rund um Imst mit dem Kajak, Bike und zu Fuß zu erkunden. Bei sehr sonnigem und heißem Wetter wurde natürlich auch der Campingplatz-Pool intensiv genutzt.

Strahlender Sonnenschein begleitete uns nahezu jeden Tag in der Tiroler Bergwelt.

Das trockene und heiße Wetter führte auf den Regenwasser gespeisten Flüssen Loisach und Isar zu unfahrbarem Niedrigwasserstand, lediglich der Rißbach konnte nach einem Gewitter von den Emspaddlern von Hinterriss bis zur Klamm befahren werden. Die Gletscherflüsse Ötz und Inn dagegen zeichneten sich insbesondere am Nachmittag durch einen sehr hohen Wasserstand aus, wobei der Inn durch die eingebauten Wasserkraftwerke sehr schwankenden Wasserstand aufwies. Darum galt es zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, um den optimalen Wasserstand zu erwischen. So ging es auch mehrfach zur Sanna und zum Lech, den wir von Steg bis Bach befuhren.

Zur Eingewöhnung starteten wir auf der Imster Schlucht des Inns.

Breit fließt der Inn von Landeck bis Imst, in der dann folgenden Imster Schlucht gibt es einige Engstellen mit Wellen und Walzen. Aber zunächst ist Sonne genießen und Entspannen angesagt.

Ein erstes Highlight war dann die Befahrung der unteren Ötztaler Ache bei “gutem Mittagspegel”.

Mads taucht tief ins grau-braune Gletscherwasser ein – Hinter dem Championskiller auf der Wellerbrücken-Strecke ging es los. Mit in unserem Team 3 Paddler aus Lörrach und Basel.
Nele auf dem Weg vom Championskiller zur Slalomstrecke in Ötz.
Stefan treibt das Boot mit kräftigen Schlägen voran.
Wildwasser-Paddeln ist Teamsport.

Paddeln macht hungrig, so wurde in der Regel auf dem Rückweg zum Campingplatz der Speiseplan besprochen, entsprechend eingekauft und dann das Abendessen gemeinsam für die gesamte Gruppe zubereitet.

Johannes und Emanuel haben die Grills unter Kontrolle.
Direkt am Campingplatz starteten wir zur ein oder anderen Mountainbike-Tour rund um Nassereith.

Weiter Inn aufwärts nahmen wir die Tösener und die Scoulser Strecke im Schweizer Engadin in den Angriff.

Blauer Himmel über Tösens – Johannes bei der Anfahrt auf die ersten schweren Stellen.
Emanuel paddelt im neuen Vereinsboot.
Die schwere Stelle an der Brücke von Tösens ist gemeistert und weiter geht es Richtung Ried.
Sonne und tolle Landschaft “ohne Ende”.
Etwas technischer präsentiert sich die Scoulser Strecke des Inns im Schweizer Engadin. Manchmal ist es gar nicht so einfach die Steine im trüben Gletscherwasser zu erkennen.
Christina fährt die Blockstelle in Scouls sauber an …
… und runter.
Auch Rainer hat den Durchblick.
Schäfchenwolken, Kirche und Schlucht – Belohnt wird man am Ende der Fahrt mit dieser “Schweizer Postkarten Idylle”.
Mads bewältigt auch den letzten Schwall vor dem Ausstieg in Scouls.

Mit dem “Elektro-Velo” ging es zurück zum Auto an der Einsatzstelle.

Über das Hahnentennjoch gelangt man von Imst in das obere Lechtal.
Oben angekommen auf dem Hahnentennjoch – Echter Bergsport für das mit Kajaks und Anhänger beladene Auto.
Landschaftlich ist nicht nur die Anreise ein “WW VIer”, auch der Lech bietet zwischen den Orten Steeg und Bach ein tolles Bergpanorama. Paddeltechnisch war er aufgrund von Niedrigwasser und einer unglaublichen Stechmückenplage eher ein eingeschränktes Vergnügen. Wir kommen wieder bei höherem Wasserstand.

Als nächstes stand die Sanna oberhalb von Landeck auf unserem Plan. Diese führte wenig, aber durchaus ausreichend Wasser.

Nach dem die ersten Schwierigkeiten unterhalb der Einsatzstelle gut gemeistert wurden, sammelten wir uns im Kehrwasser, um die Befahrungsstrategie für den folgenden Pianser Schwall abzustimmen: “Erst links, dann mit der Stromzunge rechts rüber und dann möglichst wenige von den kleinen Steinen treffen !”
Rainer zeigt wie es geht.
Christina auf dem Weg ins Kehrwasser.
Auch unterhalb von Pians wartet noch die ein oder andere Blockstelle auf Johannes und Nele.
Viele Steine, wenig Wasser – da ist gute Technik gefragt. Rüdiger wendet das Erlernte vom Montagstraining und vom Esbecker Schwall erfolgreich an.
Erst Konzentration, …
dann Freude bei Emanuel.

Nach der Sanna ging es dann nach Hoch-Imst, um den weltweit längsten Alpin-Coaster zu testen.

Die beschauliche Bergkulisse lädt nicht nur zum Wandern ein.
Rüdiger freut sich auf die Abfahrt ins Tal
Das Dream Team: Mads und Emanuel
Viel zu schnell geht die Fahrt auf 3.535 m langen Sommerrodelbahn zu Ende. Vom Start in 1500m Höhe sind 500m Höhendifferenz “ratzfatz” überwunden.
“Servus – da bin ich wieder !”

Wer wollte konnte schließlich noch durch die Rosengarten-Schlucht nach Imst absteigen.

Ein spektakulärer Steig führt durch die Rosengartenschlucht von Hoch-Imst nach Imst herunter.

Fotos: Tanja, Rüdiger, Stefan

Text: Stefan

Takk For Turen

Nach 10 Jahren Abstinenz wurde es mal wieder Zeit in den Norden zu fahren um sich an der wunderschönen Landschaft und den traumhaften Wildbächen Norwegens zu erfreuen. So haben sich Ende Mai Luisa, David, Patrick und Nico auf den Weg gemacht. Auf der Reise haben sich einige Gefährten aus diversen Ecken Deutschlands angeschlossen auf der Suche nach dem perfekten Wildwasser.

Erster Zwischenstopp ist die Küste Dänemarks bei Løkken gewesen. Hier ist der Strand offiziell als Straße zugelassen und man kann mit dem Auto bis auf wenige Meter an die Nordsee heranfahren.

Luisa im Cockpit vom Schlumpfenbus
Strand von Løkken

Bei unserer ersten Wanderung am Strand wurde es sofort nass und so mussten wir uns vor der Fahrt mit der Fähre zunächst trockene Sachen anziehen. Auch die ausgedienten Bunker haben nur wenig Schutz vor dem Wetter geboten.

Ablegen der Fähre in Hirtshals

Um die Fahrzeit mit dem Auto zu reduzieren haben wir die Fähre von Hirtshals nach Bergen genommen. So erreichten wir am nächsten Morgen, quasi im Schlaf, unser erstes Ziel.

Ankunft der Fähre in Bergen

Nach der lohnenswerten Erkundung Bergens machten wir uns auf zu unserem ersten Paddelabenteuer, zur Jolstra. Ein perfekter Fluss für den Einstieg: Einige kleine Schwälle und Stufen…

Patrick auf der Jolstra

Und am Ausstieg wird man mit dem Blick auf den eindrucksvollen Huldefossen belohnt.

Huldefossen

Anschließend ging es zur Sogndalselvi. Da wir reichlich Wasser hatten beschlossen wir die Wasserfallkombi nicht zu fahren und sind stattdessen oberhalb gepaddelt.

Patrick auf dem Schwall kurz vorm Ausstieg

Ganz in der Nähe befindet sich der Jostedalsbreen, der größte europäische Festlandgletscher. Da der Weg zum nördlichen Teil des Gletschers durch Straßenschäden sehr langwierig gewesen wäre ging es im Süden vorbei. Auf dem Weg haben wir die Gelegenheit genutzt und uns den Austerdalsbreen angeschaut. Um auf beschädigten Schotterpisten schneller zum Einstieg zu gelangen ist das Zweirad ein probates Mittel.

Der Bergsieger wird für die Radtour vorberitet

Nach einigen Kilometern Fußweg über Bachläufe und Schneefelder erreichten wir den Gletscher. Besonders eindrucksvoll ist das Rumpeln und Donnern wenn ein Stückchen Eis abbricht.

Blick auf den Austerdalsbreen

Aus dem Jostedalsbreen entspringt die Jostedøla. In den klammartigen Abschnitten bildet das eiskalte Wasser zahlreiche Stufen und Stromschnellen.

Lasse auf der Jostedøla

Nächster Halt Bøvra. Hier gibt es neben schönem Wildwasser über Grundgestein auch eine sehr gute Chance Elche zu sehen.

Simon kerzt aus dem Schwall

Ein wahrer Genusshüpfer ist auch der kleine Wasserfall auf dem oberen Abschnitt. Die perfekte Route erfordert etwas Übung, so ist der ein oder andere Kanute zwei- oder mehrfach gefahren.

Patrick hat die Fahrstuhlroute erwischt
Auch Simon hopst elegant herunter

Auch die Damen der Schöpfung ließen sich den landschaftlich schönen Paddelspaß nicht entgehen.

Luisa rutscht den Fluss herunter

Das Norwegische Pendant zur Soča ist wahrscheinlich die Sjoa. Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. Wer möchte kann auch auf Marathondistanz vom Ridderspranget bis zum Åmot-Canyon paddeln (ca. 43 km).

Simon beim Klippenstart am Ridderspranget
Lasse reitet einen Schwall auf dem Ridderspranget-Abschnitt
Rebekka durchbricht die Wellen der Åsengjuvet-Schlucht

Bei der Autofahrt muss man sich oft darauf konzentrieren sich nicht von der Landschaft ablenken zu lassen. Manchmal hilft zu dieser Jahreszeit ein natürlicher Sichtschutz dabei.

Straße über das Sognefjell

Ein absolutes Highlight ist die Store Ula. Schon der, auf dem Rondanefjell befindliche, Einstieg ist ein landschaftlicher Sechser. Auch wenn man sich auf dem Weg dorthin fragt wo genau man da jetzt einen fahrbaren Wildbach findet.

Lasse auf dem Weg zum Einstieg

Die langen Grundgesteinsrutschen und zahlreiche Stufen machen die Store Ula zu einem einzigartigen Erlebnis.

David auf der ersten Rutsche
Mogli nach der zweiten Rutsche
Lasse, Mogli und David auf einer Stufenkombi

Den krönenden Abschluss bildet eine Kombination von Wasserfällen. In der Regel werden lediglich die ersten drei Fälle befahren.

David booft am ersten Fall
Nico im ersten Fall
Nico auf dem zweiten Fall

Auch mit dem Fahrrad lässt sich die Store Ula und das umliegende Fjell (Hochebene) prima erkunden.

Luisa genießt die Landschaft vom MTB aus
Davids Radel an den Slides

Ein weiterer Favorit, der nur bei Regenfällen und zur Schneeschmelze fahrbar ist, ist die Etna. Glücklicherweise hatten wir für unsere erste Befahrung Optimalpegel. So konnten wir ohne Schwierigkeiten die diversen Stufen und Stromschnellen hinunterpaddeln.

Einstieg der oberen Etna
Patrick aka “der Norweger” legt die Linie vor
Der andere Patrick ist auch sehr oft vorgefahren – mehr oder weniger erfolgreich #BAMM!
Ein mächtiger Wasserfall den es auf der Etna zu umtragen gilt

In der Zwischenzeit hat sich das Wanderduo den Besseggen-Grat angeschaut.

Durch die unterschiedlichen Aggregatzustände erkennt man den Höhenunterschied zwischen den beiden Seen

Ein paar Tage Entspannung bei einem weiteren Zwischenstopp an der Sjoa ist eine gute Alternative zu den, durch die hohen Pegelstände, extrem anspruchsvoll gewordenen übrigen Flüssen.

Vorbereitung für das Abendessen im strahlenden Sonnenschein

Viel Spaß, trotz oder vielleicht wegen dem Hochwasser, hatten wir auch auf der unteren Bøvra. Große Wellen und viel Geschwindigkeit haben auf jeden Fall dazu beigetragen.

Patrick schiebt sich über die Locke an dem Loch vorbei

Ebenfalls gut eingeschenkt war der Ostri oder auch Åstre.

Einstieg auf dem See

Nach dem Einstieg auf einem idyllischen See geht es rasant ca. 2 km flussab. Die Stromschnellen bieten nur wenig Möglichkeiten zu pausieren. Nach der ersten vorsichtigen Fahrt zum Eingewöhnen kann man richtig fliegen lassen und so nach ca. 15 Minuten mit einem breiten Grinsen vom Bach gehen.

Patrick und Simon reiten die Wellen
Die alte Brücke hat zwar dem Hochwasser nicht standgehalten aber als Wäscheleine taugt die Stahlarmierung allemal noch

Ein Outdoorherd aus Steinen braucht zwar etwas Vorlauf, funktioniert allerdings bestens. So können parallel Kartoffeln, Eier, Lachs und Wasser in unterschiedlichen Wärmezonen erhitzt werden.

Outdoorherd

Tunnel bauen können nicht nur die Schweizer, Norweger sind auch recht geschickt darin. Damit es in dem 25 km langen Tunnel nicht langweilig wird wechselt die Beleuchtung ihre Farbe.

Tunnel mit Partybeleuchtung

Die letzte Gelegenheit auf dem Weg zur Rückfähre zu paddeln bot sich dann auf der Strandaelvi. Da die Strandaelvi ebenfalls Hochwasser hatte und der Moneydrop zu einem einzigen riesigen Brodeltumpf mutiert ist, haben wir etwas unterhalb eingesetzt und sind vom Pennydrop zum Tvindefossen gefahren. Die Anfahrt zum Pennydrop ist kurz. Lediglich ein paar wenige Paddelschläge nach dem direkten Reinrutschen in die Strömung geht es runter.

David erwischt die Locke in der Anfahrt perfekt und stylt den Pennydrop herunter
Die starke Strömung lässt Patricks Boot kerzen
Simon ist etwas weiter rechts und schallert direkt gegen den ca. 1,5 m hohen Wasserpilz in der Verschneidungszone

Nach der Paddelei haben wir uns über Wanderungen zu zwei Touristenhotspots bis nach Kristiansand gearbeitet.

Gelegentlich muss man auf den Straßen auch felligen Hindernissen ausweichen
Neben den zahlreichen fahrbaren Wasserfällen gibt es etliche weitere spektakuläre Wasserfälle zum Anschauen

Die Wanderungen zu Preikestolen und Kjeragbolten sind auch nicht zu verachten, wenn man schonmal in der Nähe ist. Allerdings sind diese beiden Sehenswürdigkeiten bereits in der Vorsaison so gut besucht dass man oft auf andere Wanderer/ Touries warten muss.

Von dem ebenfalls sehr schönen Kristiansand haben wir mit der Fähre zurück nach Hirtshals übergesetzt. Von dort aus ging es nach 3,5 Wochen Traumurlaub zurück in die Heimat. Lediglich die beiden Arbeitslosen nutzten die Gelegenheit und verlängerten ihren Urlaub um einige weitere Wochen. Und wenn sie nicht geschwommen sind dann paddeln sie noch heute…

Abschließend bleibt allen Beteiligten noch zu sagen: “Takk for Turen”

Bilder: Luisa, David, Simon, Nico Text: Nico

Die Sauerlandchallenge geht zu Ende – Siegerehrung am 14.07.2022

Seit Oktober 2021 haben 39 Sportler/innen an der ersten KCWD Sauerlandchallenge teilgenommen. Mit dem Boot, dem Fahrrad und zu Fuß haben sie das Land der 1000 Berge erkundet und manch tolles Abenteuer bestanden.

Besucht wurden u.a. die Big Five des Sauerlands für Kanuten: Der Ettelsberg, der Kahle Asten, die Diemel ab Stausee, die Freestyle-Walze in Neheim und der Wildwasserpark in Hagen Hohenlimburg. Unzählige Flusskilomer wurden auf oberen Diemel, Lenne, Eder, Wenne, Hönne, Alme, Ruhr und der unteren Diemel mit der Mündung in die Weser zurückgelegt. Unsere Favoriten waren dabei die Diemel und die Lenne, die wir bei guten Winterwasserständen gleich mehrmals befahren haben.

Auch per Pedes wurde die Gegend um Kallenhardt und der Kahle Asten Steig entdeckt, während die Mountainbiker im Bikepark Brilon und an der Eder radelten.

Ebenfalls Teil der Sauerlandchallenge war das Spaßrodeo in Holibu, die deutsche Meisterschaft im Kanufreestyle auf der Ruhrwelle und das vorherige Training in den Walzen auf Lenne und Ruhr.

Abschluß und Höhepunkt der Challenge war die 3-tägige Pfingstfahrt auf der Diemel mit dem Zeltlager beim Kanu-Club Warburg.

Auf der Diemel ging es am Pfingstsamstag von Haueda nach Sielen
Auf dem Zeltplatz des KC Warburg verbrachten wir die Abende am Lagerfeuer, während uns Christina und Johannes mit der Gitarre ein Live-Konzert boten.
Am Pfingstmontag taten unsere Youngster, hier Malte, am Wehr in Haueda die ersten Schritte in Richtung Wildwasser – gute Voraussetzungen damit auch sie für die nächste Saison auf den Oberläufen der Sauerlandbäche vorbereitet sind.
Von einem Kehrwasser ins gegenüberliegende Traversieren – Silas zeigt wie es geht.
Konzentriert bewegt auch Paul sein Kajak durch das schäumende weiße Wasser der Diemel.

Nachfolgend findet ihr die Rangliste der KCWD Sauerlandchallenge:

Am Donnerstag, den 14.07.2022 um 20.00 Uhr findet im Bootshaus die Siegerehrung der eifrigsten Sportler/innen statt. Bei Bratwurst und kühlen Getränken werden jeweils die 3 aktivsten Challenge-Teilnehmer/innen bei den Damen, Herren und Jugendlichen zu “Queen, King und Prince of 1000 Mountains” gekührt und mit regionalen Geschenken belohnt.

Also haltet Euch den Termin frei und lasst uns die Challenge gemeinsam und erfolgreich abschließen.

Wildwasser für Alle in Osttirol und Kärnten

“Wildwasser für alle” ist angesagt, wenn der KCWD an einem langen Wochenende im Mai zur Wildwasserfreizeit startet.

Morgens leichtes Wildwasser auch für Anfänger geeignet, nachmittags nach Lust & Laune sowie Wasserstand für Fortgeschrittene und Experten ist das Konzept der jährlichen Tour. Und wenn’s mal etwas länger dauert, kämpfen wir gemeinsam bis auch der wildeste Bach bezwungen ist. Dabei sein ist alles: Von unseren jüngsten Wildwasser-Aspiranten bis zum frisch gebackenen doppelten Opa war alles am Start.

Über Himmelfahrt fand die diesjährige Wildwasserfreizeit dieses Jahr in Lienz statt. Doch vor der Unterquerung der hohen Tauern im Felberntauerntunnel legten wir am Mittwoch Abend noch einen Zwischenstopp in Mittersill ein.

Brigitte und Manfred Fritsche, unser ausgewanderte Ex-KCWD-Präsident beherbergten uns für die erste Nacht in ihrem Haus und versorgten uns mit einem vorzüglichen Frühstück, so daß wir am Himmelfahrtstag gut ausgeschlafen und gestärkt in Richtung Drau und Isel starten konnten.

Die Kanuten sind eingefallen in der “Pension Gitte” an der alten Paßstraße in Mittersill – Vielen Dank für Eure Gastfreundschaft !
In Lienz angekommen wurden schnell Zelte, Wohnwagen und Bullis auf dem Camping Falken aufgebaut. Kurze Pause und Absprache für den Tag bevor es auf die Drau ging.

An der Galitzenklamm starteten die Experten, während die noch nicht ganz so versierten Wildwasserpiloten am Dolomitenbad zusteigen sollten.

Wenn es da nicht so ein kleines Problem gegeben hätte ?!?

Doch mit tatkräftiger Hilfe zweier örtlicher Polizisten und nach mehr als 7km Sprint am Ufer entlang der Drau konnte Rabea das geliebte Sportgerät schließlich an der Brücke in Nikolsdorf wieder in die Arme schließen.

Somit war der etwas Nerven aufreibende und Blutdruck erhöhende Auftakt gemeistert und die übrigen Teilnehmer konnten sich dann auf der recht leichten Wildwassertour bis Oberdrauburg warm paddeln.

Am Abend ging es für einige Paddler/innen noch auf die Isel von Huben nach Ainet, wo wir mit dem Wildwasserkajaks ein paar coole Freestyle-Moves in der Walze zaubern konnten. Am Grill ging der Abend zu Ende.

Am nächsten Tag stand die Möll von der Slalomstrecke in Flattach bis zum Camp Campanula am Ausgleichsbecken in Rottau auf dem Programm.

Nach der Slalomstrecke bietet die Möll auch schöne breite und wellige Passagen, die sich hervorragend zum “Rudelpaddeln” eignen.
Strahlende Gesichter bei Sonnenschein

Nach einer gelungenen Bergeaktion in der Slalomstrecke und etwas Surfen in der Mandler Welle in Obervellacht konnte der Rest der Strecke problemlos bewältigt werden, bevor es für einige Paddler noch zur Lieser von der Nickelbauerbrücke bis zum Ende der Lieserschlucht bei Spittal ging.

Hat schon viel Erfahrung im Wildwasser: Mads trifft den Eingang der Seestufen gut und stellt das Boot in Richtung Ausfahrt.
Gekonnt geht es durch die nachfolgende Linkskurve in die Lieserschlucht.
Fabian folgt. Auch er kennt die Lieserschlucht gut.
Zum ersten mal dabei: Ralf zieht es etwas weit nach rechts, wo bei dem niedrigen Wasserstand einige scharfe Felsrippen auf ihn lauern.
Doch mit einem kräftigen Schlag bewegt er sich wieder in die Mitte der Stromzunge und fährt in die Lieserschlucht ein.
Erst sein 2. Wildwasserurlaub: Unser Talent Justin hat Ostern viel gelernt und läßt nichts anbrennen – saubere Linie in den Seestufen.
Gekonnt bugsiert er den Axiom in die Schlucht und …
… in das erste Kehrwasser nach den Seestufen.

Am nächsten Tag erwartet uns die Isel. Eine kleine Gruppe startet zunächst auf der hinteren Isel von Hinterbichl bis zur Brücke in Bobojach. Eine wuchtige Fahrt mit ordentlich Gefälle erwartet die Paddler. Leider gab es keine Fotos, weil wir die Fotographen auf einer Brücke unterhalb der üblichen Aussatzstelle ausgesetzt hatten.

Unterhalb des Iselkatarakts in Huben wurde die Fahrt dann fortgesetzt. Durch wuchtige Wellen und Walzen ging es in schneller Fahrt zum Feuerwehrhaus in St. Johann. Dort stieg dann der Rest der Wiedenbrücker Kanuten/innen zu. Gemeinsam wurde der Kampf mit den immer noch sehr wuchtigen Wellen, Walzen, Kehrwassern und Verschneidungen aufgenommen und bis zur Raftingstation nach Lienz gepaddelt.

Vor Lienz wird die Isel ruhiger – Zeit zur Entspannung.
Strahlende Gesichter bei Doris, Christina, Ralf, Rabea, Johannes und Michelle.
Noch lauert eine wuchtige Stufe auf die KCWD-Paddler/innen.

Hier zeigt die Isel noch einmal, welche Kraft in ihr steckt und die Emspaddler/innen konnten gleich 3x beweisen, daß sie auch mit der Bergung von Personen, Booten und Paddeln vertraut sind. Ratzfatz waren die 3 Schwimmer und das Material aus dem Wasser gezogen und die drei haben nun fürs nächste Mal noch ein Rechnung mit der Isel offen.

Gewitter gibt es in Lienz öfter, aber die Wolken geben den Blick auf die Dolomiten meist schnell wieder frei.
Ein Feierabendbier in gemütlicher Runde und ein bißchen “Kanutenlatein” gehört natürlich auch dazu.
Alter Schwede – der Volvo steht startbereit gepackt für die Tour am letzten Tag.

Wir probieren es noch einmal auf der oberen Drau. Dieses mal starten wir alle an der Galitzenklamm und paddeln durch die Slalomstrecke und Lienz bis zum Kosakenfriedhof.

Zuversichtlich gehen Jürgen und Rabea den Start ab Galitzenpark am letzten Tag an. Gekonnt meistern sie die Stufen und Wellen auf der Slalomstrecke und durch Lienz hindurch bis zur Mündung der Isel.

Viel zu schnell geht die Wildwassertour zu Ende. Doch mehr als 100km Wildwasser in 4 Tagen lassen die dann doch recht langwierige Rückreise vergessen und auf neue Wildwasserabenteuer hoffen.

Text: Stefan

Fotos: Ralf, Stefan